Stadler Züge – Schweizer Hochgeschwindigkeitszug

Der Bau von Zügen ist die Kernkompetenz der Firma Stadler. Das Unternehmen ist Experte, wenn es um Schienenverkehr geht. Ob Hochgeschwindigkeitszug oder U-Bahn für den Stadtverkehr bietet Stadler ein breites Portfolio. Messeblick.TV Moderator Jürgen Groh lässt sich auf der InnoTrans 2016 in Berlin einen Zug von Stadler im Gleis- und Freigelände zeigen.

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Schweizer Hochgeschwindigkeitszug EC250

Jürgen Groh: Herr Legler ich grüße Sie. Wir würden gerne Ihren Zug sehen.

Thomas Legler: Grüße Sie, den werde ich Ihnen gerne zeigen. Wir haben hier auf der InnoTrans eine fünfteilige Konfiguration EC250 ausgestellt. Der EC250 ist ein Schweizer Hochgeschwindigkeitszug, der mit 250 Stundenkilometer auf der Strecke von Zürich nach Mailand bzw. von Frankfurt nach Mailand fahren wird. Ich denke wir gehen am besten einmal in den Zug rein und schauen uns die verschiedenen Bereiche an.

Jürgen Groh und Thomas Legler betreten die 1ste Klasse des EC250.

Jürgen Groh: Ich sehe hier einige Messebesucher, die sich in der 1sten Klasse Ihres Zuges erholen – was macht die so besonders?

Thomas Legler: Einer der auszeichnenden Punkte der Schweiz im Ausland ist die hohe Verarbeitungsqualität. Wir haben hier im Fahrzeug auch darauf geachtet so wie Sie es in der 2ten Klasse gesehen haben, dass wir auch in der 1sten Klasse eine wirklich sehr hohe Verarbeitungsqualität haben. Uns ist wichtig, dass der hochwertige Eindruck des Fahrzeugs von außen sich auch im Innenbereich bestätigt.
Das Fahrzeug ist insgesamt für 4 Länder zugelassen und da kommen dann so ganz feine Besonderheiten dazu. Ein Beispiel dafür sind die Steckdosen. Die Steckdosen der Schweiz unterscheiden sich von den Euro-Steckdosen und da der Zug grenzüberschreitend eingesetzt wird, sind beide Varianten im Fahrzeug verbaut.

Jürgen Groh: Ich sehe hier große Bildschirme? Gibt es auch Filme zu sehen?

Thomas Legler: Also hier läuft aktuell für die Messe ein Animationsfilm aus unserer Fertigung. Es wir die Herstellung des Fahrzeuges über die gesamte Entwicklungsphase gezeigt. Später im Betrieb wird auf diesem Monitor angezeigt was die nächsten Haltepunkte des Fahrzeuges sind. So kann der Fahrgast von Innen sehen wann sein Bahnhof kommt, an dem er aussteigen möchte.

Es ist eine von den SBB (Schweizerische Bundesbahnen) Forderungen, dass Bildschirmen von sehr vielen Sitzplätzen sichtbar sind – damit jeder Fahrgast eigentlich zu jedem Zeitpunkt weiß, wo er sich befindet.

Jürgen Groh: Wir Ihr Zug dann auch so pünktlich sein, wie man das von der Schweiz her kennt?

Thomas Legler: (Lächelt) Ich geh mal davon aus, dass das so ist. So lange der Zug in der Schweiz betrieben wird auf jeden Fall. Ich hoffe mal, dass wir die Pünktlichkeit dann auch in Deutschland erreichen werden.

Jürgen Groh und Thomas Legler gehen weiter ins Cockpit EC250

Ein Blick in das Cockpit des EC250

Thomas Legler: Das Fahrzeug wird für die vier Länder Schweiz, Deutschland, Italien und Österreich und auf dem Fahrerpult sehen wir alle Bedienelemente die notwendig sind, um das Fahrzeug mit 3 Systemen – also mit den unterschiedlichen Spannungssystemen zu betreiben. Gleiches gilt für die Zugsicherung der vier Länder, damit der Verkehr grenzüberschreitend funktioniert, ohne dass der Zug an der Grenze anhalten muss. Das Ganze nennt sich fahrende Transition. Das bedeutet, das Fahrzeug kann zwischen den Zugsicherungssystemen wechseln, ohne einen zwischendurch anhalten zu müssen.

Jürgen Groh: Was macht den EC250 von Stadler so besonders? Auf der InnoTrans gibt es ja viele Züge zu sehen.

Thomas Legler: Das besondere an dem Zug ist, dass es ein Hochgeschwindigkeitszug für Tunnelstrecken ist. Ich habe also einmal die Anforderung von der Hochgeschwindigkeit mit den 250 Stundenkilometern und damit einhergehend der Überwachung der Laufdynamik, aerodynamischen Themen. Zum zweiten gibt es durch die Tunnelstrecken Aspekte hinsichtlich Kundenkomfort. Der Zug muss Druckdicht sein, damit die Druckwellen die beim Durchfahren des Tunnels entstehen nicht auf den Fahrgast einwirken, sondern dieser von den Fahrten durch den Tunnel möglichst wenig mitbekommt.

Jürgen Groh: Was können Sie mir denn noch zu diesem schönen Cockpit hier sagen – gibt es spezielle Effekte?

Thomas Legler: Die wesentlichen Bedienelemente sind einmal der Fahrtrichtungsanzeiger, bei dem man die Fahrtrichtung nach vorwärts oder rückwärts stellen kann. Dann haben wir als zweites den Fahr-Bremshebel mit dem ich beschleunigen bzw. bremsen kann. Und als Sicherheitseinrichtung gibt es parallel noch einmal einen zusätzlichen Bremshebel.

Dann haben wir noch die Bedienelemente, die für den Betrieb des Fahrzeuges relevant sind. Ich kann hier die Türen links und rechts freigeben, um dem Fahrgast das Öffnen der Tür zu ermöglichen und kann die Türen dann wieder verschließen. Ich kann über verschiedene Überwachungselemente die Zugsicherung steuern. Über das Wachsam-Signal der Zugsicherung signalisiere, dass ich ein Signal bzw. ein Vorsignal gesehen. Wenn der Zugführer diese Quittierung nicht durchführt, gibt es eine automatische Vollbremsung des Zuges, damit der Zug auf jeden Fall sicher ist für den Fahrgast.

Jürgen Groh: Als Aussteller auf der InnoTrans möchten Sie ja Ihren Zug vorstellen und absetzen. Welche Märkte stehen dabei im Fokus?

Thomas Legler: Im ersten Schritt haben wir eine Zulassung für die Schweiz, Deutschland, Italien und Österreich vorgesehen. Wir denken, dass im europäischen Markt weitere Möglichkeiten für Fahrzeuge mit 250 km/h da sind. Wir hoffen, dass über die Präsentation auf der InnoTrans das Interesse geweckt wird, dass andere Bahnbetreibergesellschaften, dann den Zug vielleicht auch bestellen möchten.

Jürgen Groh: Ich wünschen Ihnen alles Gute für die InnoTrans!

Thomas Legler: Vielen Dank!

 

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